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Meine zweite Japanreise – Reiki, Shintō und die Magie des japanischen Alltags

  • Autorenbild:  Ann-Sophie Bünting
    Ann-Sophie Bünting
  • vor 5 Tagen
  • 7 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 2 Tagen

Als ich 2024 zum ersten Mal nach Japan reiste, erfüllte sich für mich ein lang gehegter Traum. Ich wollte die Heimat des Reiki kennenlernen, den Spuren von Mikao Usui folgen und die Orte besuchen, die mich seit vielen Jahren faszinierten. Viele dieser Erlebnisse habe ich bereits in meinen Blogartikeln über meine Japan-Highlights, den Mount Kurama und die Geschichte von Mikao Usui geteilt. Doch meine zweite Japanreise im Mai 2026 war anders.


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In Tokio auf dem Gelände des Gotoku-ji Tempel, der für seine vielen Katzenfiguren bekannt ist.

Natürlich gab es Orte, die ich unbedingt wiedersehen wollte. Gleichzeitig hatte ich das Gefühl, Japan dieses Mal auf einer tieferen Ebene zu erleben. Vielleicht lag es daran, dass ich inzwischen deutlich mehr über die Geschichte, Kultur und gesellschaftlichen Entwicklungen des Landes wusste. Vielleicht aber auch daran, dass manche Erfahrungen Zeit brauchen, um wirklich verstanden zu werden.


Während meiner ersten Reise stand das Staunen im Vordergrund. Dieses Mal war da mehr Raum für Beobachtung, Reflexion und Begegnung. Viele Dinge, die mir vor zwei Jahren lediglich aufgefallen waren, konnte ich nun besser einordnen. Dadurch wurde die Reise nicht nur zu einer Rückkehr an besondere Orte, sondern auch zu einer neuen Begegnung mit mir selbst, meiner Familiengeschichte und meiner Verbindung zu Reiki.



INHALT





  1. Auf den Spuren von Mikao Usui auf meiner zweiten Japanreise




Die faszinierenden Gegensätze Japans


Je mehr ich mich vor und während der Reise mit Japan beschäftigt habe, desto mehr hat mich ein bestimmter Gegensatz beeindruckt. Japan gilt als eine der leistungsorientiertesten Gesellschaften der Welt. Themen wie Arbeitsdruck, gesellschaftliche Erwartungen und Perfektionismus sind fest im Alltag vieler Menschen verankert.


Gleichzeitig begegnet man überall einer tiefen Wertschätzung für Stille, Achtsamkeit und Spiritualität.

Mitten in den pulsierenden Straßen von Tokio oder Kyoto stehen jahrhundertealte Schreine und Tempel. Auch wer sich als nicht religiös bezeichnet, besucht mindestens einmal im Jahr einen Schrein. Es gibt kein ganz oder gar nicht.


Shintō ist in den Werten und der Weltanschauung der Japaner tief verankert und wird in den Familien mit Gewohnheiten und Ritualen weitergegeben.


Spiritualität wirkt hier nicht wie etwas Getrenntes vom Alltag, sondern wie ein selbstverständlicher Teil davon.

Gerade diese Verbindung hat mich fasziniert. In Europa werden Leistung und Spiritualität oft als Gegensätze betrachtet. In Japan scheinen beide Welten nebeneinander zu existieren. Vielleicht ist genau das auch einer der Gründe, warum Reiki hier entstanden ist. Nicht als Flucht aus dem Alltag, sondern als Weg, ihm mit mehr Bewusstheit, Vertrauen und innerer Ruhe zu begegnen.



Die Kunst der Teezeremonie – eine Lektion in Präsenz


Ein Erlebnis, das mich auf dieser Reise besonders berührt hat, war die Teilnahme an einer traditionellen Teezeremonie in Kyoto. Schon bei meinem ersten Besuch in Japan hatte ich großen Respekt vor dieser Tradition. Dieses Mal durfte ich jedoch viel tiefer in die Hintergründe eintauchen und verstehen, welche Bedeutung die Teezeremonie für die japanische Kultur hat.


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In Kyoto bei der traditionellen Teezeremonie beim Jotokuji-Tempel.

Was von außen betrachtet wie das gemeinsame Trinken einer Schale Matcha erscheint, entpuppte sich als eine jahrhundertealte Kunstform, in der jede Bewegung Bedeutung trägt. Nichts geschieht zufällig. Jede Geste, jede Handlung und jedes Utensil folgt einer bestimmten Absicht.


Besonders beeindruckt hat mich die Hingabe und Präsenz, mit der die Zeremonie durchgeführt wurde. Es geht nicht darum, möglichst effizient oder schnell zu sein. Es geht darum, vollständig im gegenwärtigen Moment anzukommen.

Während ich dort saß, wurde mir bewusst, wie selten wir uns im Alltag diese Form von Aufmerksamkeit schenken. Wie oft wir bereits beim nächsten Termin, der nächsten Aufgabe oder dem nächsten Gedanken sind.


Die Teezeremonie erinnerte mich in vielerlei Hinsicht an Reiki. Beide Praktiken laden dazu ein, präsent zu sein. Beide schaffen einen Raum, in dem Zeit für einen Moment ihre Bedeutung verliert. Und beide zeigen, dass Achtsamkeit nicht etwas ist, das wir erreichen müssen, sondern etwas, das bereits da ist, wenn wir bereit sind, wirklich hinzuschauen.



Kenninji – ein Ort voller Frieden und Magie


Zu den Orten, die mich auf dieser Reise am tiefsten berührt haben, gehörte der Kenninji-Tempel in Kyoto. Schon beim Betreten des Tempelgeländes spürte ich eine außergewöhnliche Ruhe. Es war eine Stille, die nicht leer wirkte, sondern voller Präsenz. Eine Stille, die sich kaum beschreiben lässt und die man vielleicht nur an bestimmten Orten erfahren kann.


Ich verbrachte dort viel Zeit damit, einfach nur zu sitzen, zu beobachten und die Atmosphäre auf mich wirken zu lassen.


Es war einer jener seltenen Momente, in denen man nichts sucht und trotzdem das Gefühl hat, genau dort zu sein, wo man sein soll.

Besonders magisch wurde dieser Besuch durch eine Erfahrung, die mich unmittelbar an meine erste Japanreise erinnerte. Während meines Aufenthalts zeigte sich plötzlich ein wunderschöner Regenbogen. Vor zwei Jahren hatte ich an einem anderen spirituell bedeutsamen Ort Lichtreflexionen wahrgenommen, die sich für mich damals nicht wirklich logisch erklären ließen. Auch dieses Mal war da wieder dieser Moment des Staunens.


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Der unerklärliche Regenbogen am Himmel über dem Kenninji-Tempel in Kyoto.

Natürlich könnte man für vieles eine rationale Erklärung finden. Und doch gibt es Erfahrungen, die sich weniger über den Verstand als über das Herz erschließen. Für mich fühlte es sich an wie eine liebevolle Erinnerung daran, dass es Dinge zwischen Himmel und Erde gibt, die wir nicht immer verstehen müssen, um ihre Schönheit wahrzunehmen.



Auf den Spuren von Mikao Usui auf meiner zweiten Japanreise


Natürlich durfte auch ein erneuter Besuch auf dem Kurama Berg nicht fehlen. Die Wanderung durch die wunderschöne Natur, die alten Bäume und die besondere Atmosphäre dieses Ortes berühren mich jedes Mal aufs Neue. Wer meinen Blogartikel über die Reiki-Tour auf den Mount Kurama gelesen hat, weiß bereits, welche Bedeutung dieser Ort für viele Reiki-Praktizierende hat.


Doch neben Kurama gab es noch einen weiteren Ort, der mich tief bewegt hat: das Grab von Mikao Usui in Tokio. Mein Besuch dort war ein Moment, den ich wohl nie vergessen werde. Dort zu stehen hat mir auf eine ganz besondere Weise bewusst gemacht, dass Mikao Usui für mich nicht nur eine historische Person oder eine Figur aus der Reiki-Geschichte ist. Sein Vermächtnis lebt weiter. Nicht nur in Büchern, Aufzeichnungen oder Erzählungen, sondern durch Reiki selbst – in den Händen, Herzen und Erfahrungen unzähliger Menschen auf der ganzen Welt.


Während ich am Grab stand, wurde mir bewusst, wie viele Menschen durch Reiki Trost, Heilung, Vertrauen und neue Perspektiven gefunden haben. Menschen aus unterschiedlichen Ländern, Kulturen und Lebenssituationen, die alle durch dieselbe Praxis miteinander verbunden sind.


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An Mikao Usuis Grabdenkmal beim Saihoji Tempel in Tokio.

Ich habe in diesem Moment gespürt, wie lebendig diese Verbindung ist und wie viel Dankbarkeit ich dafür empfinde. Vielleicht hat mich dieser Moment auch deshalb so tief berührt, weil Reiki mein eigenes Leben nachhaltig verändert hat - nicht auf spektakuläre Weise, sondern in vielen kleinen und großen Momenten.


Reiki hat mich durch herausfordernde Zeiten begleitet. Es hat mir geholfen, wieder bei mir selbst anzukommen, achtsamer mit meinen Gedanken und Gefühlen umzugehen und Vertrauen zu entwickeln, wenn der Weg vor mir unklar erschien. Es hat mir neue Perspektiven eröffnet, wenn ich mich festgefahren fühlte, und mich immer wieder daran erinnert, dass wir nicht alles kontrollieren müssen.


Reiki hat mein Leben nicht perfekt gemacht, aber es hat mir Vertrauen, Verbindung und einen tieferen Sinn für meinen Weg geschenkt. Gerade deshalb empfinde ich eine tiefe Dankbarkeit für das Vermächtnis von Mikao Usui und für die Möglichkeit, Reiki nicht nur selbst erfahren zu dürfen, sondern dieses Wissen und diese Praxis auch an andere Menschen weiterzugeben.



Zwei Shintō-Rituale, die mich besonders berührt haben


Während meiner Reise habe ich viele Schreine besucht und immer wieder beobachtet, wie selbstverständlich traditionelle Rituale in den Alltag integriert werden. Zwei davon haben mich besonders angesprochen.


Das Reinigungsritual am Wasserbecken

Vor vielen Schreinen befindet sich ein Wasserbecken, das sogenannte "Temizuya". Dort werden Hände und Mund symbolisch gereinigt, bevor man den Schrein betritt.


Auch wenn es sich um ein einfaches Ritual handelt, steckt darin eine wunderschöne Botschaft: Bevor wir einen heiligen Ort betreten, dürfen wir bewusst loslassen, was uns belastet, und innerlich zur Ruhe kommen.


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Ein Temizuya mit einem Wasserdrachen beim Aufsteig auf den Kurama Berg in Kyoto.

Das Gebet der Dankbarkeit

Am Hauptschrein angekommen, verbeugt man sich traditionell zweimal, klatscht zweimal in die Hände, spricht sein Gebet und verbeugt sich anschließend noch einmal.


Besonders schön finde ich, dass viele Menschen diesen Moment nicht nutzen, um sich etwas zu wünschen, sondern um Dankbarkeit auszudrücken.


Diese Haltung hat mich tief berührt und erinnert mich an einen zentralen Aspekt des Reiki-Weges: die bewusste Wertschätzung dessen, was bereits da ist.



Mein Fazit


Meine zweite Japanreise war weit mehr als eine Reise zurück an vertraute Orte. Sie hat mir gezeigt, wie viel Tiefe sich hinter Dingen verbirgt, die man beim ersten Besuch vielleicht nur oberflächlich wahrnimmt. Sie hat mein Verständnis für die japanische Kultur erweitert und mir noch einmal vor Augen geführt, wie eng Spiritualität, Achtsamkeit und Alltag in Japan miteinander verwoben sind.


Vor allem aber hat sie mich daran erinnert, warum Reiki für mich so viel mehr ist als eine Methode oder Technik. Es ist ein Weg, der mich seit vielen Jahren begleitet. Ein Weg, der mich immer wieder zurück zu mir selbst führt.


Und vielleicht ist genau das das größte Geschenk, das ich von dieser Reise mit nach Hause genommen habe. Ich freue mich, wenn ich dir mit diesem Blogartikel Inspiration und Wissenswertes über Japan mitgeben konnte.


💌 Solltest du Fragen rund um das Thema Reiki und Reiki Ausbildungen haben, wende dich jederzeit gerne an mich per Mail unter hello@inbalance-healing.com Ich freue mich von dir zu lesen!


Alles Liebe,

Deine Ann-Sophie




Links


📖 Anbei findest du die Links zu den genannten Blogartikeln von mir nach meiner Japan Reise in 2024:






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Ann-Sophie Bünting, Reiki Lehrerin, Holistic Life Coach und Autorin aus Hamburg

Alle Infos zu den Reiki Online Ausbildungen findest du auf: www.inbalance-healing.com/lernen 


Mehr über Ann-Sophie erfährst du hier: https://www.inbalance-healing.com/team


Erfahre mehr über Ann-Sophies Weg zu Reiki in diesem Blogbeitrag: https://www.inbalance-healing.com/post/meinwegzureiki



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